Zwei Simultandolmetscher für einen und denselben Auftrag: Arbeitsbeschaffungsmaßnahme oder Notwendigkeit?

Oft ernten wir Simultandolmetscher im Gespräch mit einem potentiellen Auftraggeber Unverständnis, wenn wir in der Angebotsphase erklären, dass wir für die vorgesehene Veranstaltung unbedingt eine zweite Kollegin brauchen, die sich mit uns abwechselt.  „Ja, es sind doch aber nur 2-3 Stunden!“ heißt es dann.

Der Kunde kann sich meisten nicht vorstellen, dass das Simultandolmetschen ein Knochenjob ist, der höchste Konzentration erfordert und dass ununterbrochenes Simultandolmetschen zu Lasten der Qualität geht.

Über Kopfhörer hören die Dolmetscher, was die Redner sagen. Sie müssen dann das Gesprochene simultan – also parallel zum Redner – für die Zuhörer verständlich in die jeweils andere Sprache übertragen.

Gleichzeitig zuhören, übersetzen und verständlich darstellen, das fordert den Dolmetschern einiges ab.

Simultandolmetscher FrankfurtDer Ermüdung und der damit einhergehenden Abnahme der Dolmetschqualität kann vorgebeugt werden, indem Dolmetscher im Team arbeiten und sich alle 20-30 Minuten abwechseln. Die Pausen sind sehr wichtig, da sowohl der Körper als auch das Gehirn diese Zeit zur Regeneration brauchen. Nicht umsonst hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in einer Studie aus dem Jahr 2007 das Simultandolmetschen als den drittstressigsten Job der Welt – gleich hinter Pilot und Fluglotse – bezeichnet.

Aus diesem Grund haben wir eine Faust-Regel:

Sobald eine Veranstaltung länger als eine Zeitstunde dauert, braucht man eine zweite Kollegin, die einen unterstützt.

Das musste ich als junge und unerfahrene Dolmetscherin am eigenen Leib erfahren, als ich mich von einem Kunden überreden ließ, allein bei einer Veranstaltung im ost-europäischen Ausland simultan zu dolmetschen:

Der Kunde versicherte mir, dass ich nur zwei 20-30-minütige Vorträge – mit einer langen Pause dazwischen – verdolmetschen würde.

Vor Ort fand ich zu meiner Überraschung drei Dolmetschkabinen vor, zwei davon waren mit je zwei osteuropäischen – also für den Kunden „günstigen“ – Kolleginnen besetzt. Ich war die einzige Simultandolmetscherin alleine in der Kabine und blamierte mich damit vor den Augen der Kolleginnen als „unprofessionelle Ausländerin“.

Und so kam es, was kommen musste:
Zwischen den zwei Vorträgen war zwar eine Diskussion auf Englisch und somit eine Pause für mich vorgesehen. Es stellte sich doch heraus, dass die italienischen Teilnehmer diese Sprache nicht gut beherrschten. Sie schauten auf mich, die in der Kabine saß und – anders als die übrigen Dolmetscher – nichts zu tun hatte, und verlangten von mir eine Verdolmetschung der Diskussion, was ich unvorsichtigerweise auch tat.

Als der zweite Vortrag kam, war ich bereits müde und bei den ersten Schwierigkeiten bekam ich regelrecht Panik, da ich das Mikrophon nicht einer Kabinenkollegin abgeben konnte.
Zwar dolmetschte ich mit Müh und Not die Rede zu Ende, die Erfahrung wurde mir aber eine unvergessliche Lehre.

Wenn Sie eine internationale Veranstaltung mit Dolmetschern organisieren müssen und Fragen haben, rufen Sie uns an: wir beraten Sie gerne

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